Home     Kontakt    Suche:     Go  
Fachkreis

Startseite  > HIV-Infektion und AIDS  > Behandlungsmethoden

Behandlung der HIV-Infektion

Ist der HIV-Antikörper-Test positiv ausgefallen, bedeutet dies nicht automatisch, dass sofort eine Behandlung mit Medikamenten erfolgt. Ein Hauptgrund hierfür ist darin zu sehen, dass die HIV-Infektion individuell sehr unterschiedlich verläuft. Der optimale Zeitpunkt für einen Behandlungsbeginn sollte demzufolge für jeden Einzelnen definiert werden. Solange die Infektion ohne jegliche Krankheitszeichen verläuft, wird in der Regel nicht behandelt.

Liegen jedoch Krankheitszeichen und Infektionen bei gleichzeitig hoher Viruslast des Blutes (mehr als 100.000 Kopien/Milliliter Blut) oder starker Abnahme der Zahl der T4-Lymphozyten (CD4-Zellen) auf unter 350 pro Mikroliter Blut vor, sollte mit der antiretroviralen Behandlung in jedem Fall begonnen werden. (neue Guidelines der EACS)

Die antiretrovirale Therapie

Medikamente
Das HI (Human Immunodeficiency) -Virus gehört zur Gruppe der Retroviren. In den letzten Jahren gelang es durch intensive Forschung, eine Reihe von Arzneimitteln zu entwickeln, die diese Viren bekämpfen können und als antiretrovirale Medikamente bezeichnet werden. Sie führen, kombiniert gegeben, durch die Verminderung der Viren zu einer Erholung des Immunsystems. Dadurch gelingt es meist, dem Patienten wieder seine Lebensqualität zurückzugeben.
Eine antiretrovirale Behandlung besteht aus mindestens drei verschiedenen Arzneimitteln. Derzeit sind vier verschiedene Substanzklassen erhältlich: (Hemmer = lnhibitor)

  • NRTl (nukleosidale Reverse Transkriptase-Hemmer);

  • NTRTl (nukleotidale Reverse Transkriptase-Hemmer);

  • NNRTl (nicht-nukleosidale Reverse Transkriptase-Hemmer);

  • Pl (Protease-Hemmer).

Jede dieser Wirkstoffgruppen ist auch einzeln gut wirksam. Das Problem ist jedoch, dass die Viren gegen einen einzeln verabreichten Wirkstoff relativ rasch Verteidigungsmechanismen entwickeln, die das Medikament unwirksam werden lassen. Es bilden sich sogenannte Resistenzen des Virus gegen das Medikament. Werden jedoch mehrere Wirkstoffe, die das Virus unterschiedlich angreifen, gleichzeitig verabreicht, ist es für das Virus ungleich schwieriger, für alle angewandten Medikamente gleichzeitig eine Abwehrmaßnahme zu entwickeln.

Worauf ist bei der Medikamenteneinnahme zu achten?

Bei der antiretroviralen Therapie handelt es sich um eine lebenslange Behandlung. Wie auch bei anderen, nicht endgültig heilbaren Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) ist es absolut notwendig, die Medikamente exakt nach den Anweisungen des Arztes einzunehmen und die Blutwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Was tun, wenn die Medikamente Nebenwirkungen verursachen?

Stellen sich bei der Einnahme der verordneten Medikamente unangenehme Nebenwirkungen ein, sollte man dies seinem Arzt unbedingt mitteilen. Manche Nebenwirkungen treten nur in den ersten Behandlungswochen auf und verschwinden, sobald sich der Körper an diese Arzneimittel gewöhnt hat. Ist dies jedoch nicht der Fall, wird Ihr Arzt versuchen, ein neues Therapieregime zu entwickeln, das ebenfalls wirksam aber für Sie persönlich besser verträglich ist. Vielleicht ist es aber auch nur nötig, die Zeiten für die Einnahme zu verändern oder bestimmte Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Beraten Sie sich hierüber mit Ihrem Arzt.

Teamwork mit dem Arzt

Suchen Sie sich zur Durchführung und Begleitung Ihrer Therapie unbedingt einen Arzt Ihres Vertrauens, mit dem Sie alle Details Ihrer Erkrankung besprechen können. Bei der Behandlung einer HIV-Infektion sollten Sie Ihren Arzt als Partner zur Bewältigung Ihrer Probleme verstehen können.
Arzt
Dieser Artikel war für mich...
   sehr hilfreich
   teilweise hilfreich
   unbrauchbar
Absenden
   Seite bewerten
      © Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG 1997-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Impressum | Nutzungsbedingungen
Boehringer Ingelheim