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Medikamente bei Herzinfarkt

Wichtigstes Ziel der Behandlung des frischen Herzinfarkts ist, dass das Blutgerinnsel (Thrombus), das die Herzkranzarterie verstopft, möglichst schnell beseitigt wird. Dies kann sowohl medikamentös als auch durch eine Operation in der Klinik erreicht werden. Außerdem soll der Herzinfarktpatient möglichst schnell schmerzfrei werden und seine Todesangst beseitigt werden.
Eine gute Wirkung, vor allem der gerinnselauflösenden Medikamente ist nur dann gesichert, wenn sie möglichst schnell nach den ersten Beschwerden gegeben werden. Deshalb gilt: bei Verdacht auf Herzinfarkt umgehend den Notarzt rufen, nicht warten, ob es von selber wieder besser wird! Wartet man zulange, wird die erhoffte Wirkung der Medikamente ausbleiben. Zuviel Herzmuskelgewebe stirbt ab! Jede Minute zählt!!
Bereits der Notarzt kann mit der medikamentösen Behandlung des Herzinfarkts beginnen! Zur Auflösung von Blutgerinnseln, die einen Herzinfarkt verursachen, stehen als Medikamente sogenannte Thrombolytika für die Lysebehandlung sowie Heparine und Thrombozytenfunktionshemmer zur Verfügung.
Eine Lysebehandlung ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Notarzt rasch vor Ort ist, das nächste Krankenhaus mit einem Herzkatheterlabor (spezieller Raum mit hochentwickelter Technik zur Untersuchung des Herzens und seiner Gefäße) jedoch relativ weit entfernt liegt.

Darüber hinaus können bei Herzinfarkt-Patienten gefäßerweiternde Substanzen und starke Schmerzmittel gegeben werden. Zur Beruhigung des Herzschlags werden Betablocker eingesetzt. ACE-Hemmer, die u.a. auch für die Behandlung des Bluthochdrucks eingesetzt werden, haben sich ebenfalls als positiv in der Behandlung des Herzinfarkts erwiesen. Zur Zeit wird in umfangreichen Studien untersucht, ob dies in gleichem Maße für die gut verträgliche Medikamenten-Gruppe der AT-1-Antagonisten gilt. Auch gegen die Übelkeit, die vom vegetativen Nervensystem verursacht wird, wird mit entsprechenden Medikamenten (sogenannte Antiemetika) vorgegangen.
Zur raschen Beseitigung der Atemnot wird dem Patienten reiner Sauerstoff zugeführt.

Hat der Notarzt alle notwendigen medikamentösen Maßnahmen durchgeführt, muss der Herzinfarkt-Patient zur weiteren Beobachtung bzw. Behandlung im Rettungswagen in die Klinik gefahren werden. Bereits in der Klinik wird neben akuten Behandlungsmaßnahmen wie z. B. der Ballondilatation dem Patienten Medikamente verabreicht, die einen zweiten Herzinfarkt verhindern sollen. Auch die Kombination der Gabe von gerinnselauflösenden Thrombolytika (Lyse) und Ballondilatation hat sich mittlerweile als wirksame Behandlungsmöglichkeit gezeigt.
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